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Wahl-Spezial

Wer wird’s?

Bürgermeisterstichwahl am 27. September:
Nobby Morkes (BfGT) fordert Henning Schulz (CDU) heraus.

Da waren’s nur noch zwei: Die Gütersloher Bürgerinnen und Bürger können sich am Sonntag, 27. September, in der Bürgermeisterstichwahl zwischen zwei sehr unterschiedlichen Kandidaten für dieses herausragende, die Entwicklung der Stadt wesentlich gestaltende Amt entscheiden. Die Redaktion hat dem seit Oktober 2015 amtierenden Bürgermeister Henning Schulz und Herausforderer Nobby Morkes, Gründer und Vorsitzender der BfGT („Bürger für Gütersloh“), noch einmal fünf Fragen gestellt, deren Beantwortung nach vielen Wochen Wahlkampf eine letzte Orientierung für den Wahlgang am Sonntag geben können. Lesen Sie – und treffen Sie Ihre Entscheidung. Und bitte: Gehen Sie wählen! Nutzen Sie das demokratische Recht, und informieren Sie sich auch auf den Websites der beiden Kandidaten Nobby Morkes (www.bfgt.de) und Henning Schulz (www.cdu-guetersloh.de). Beide Kandidaten stellen sich zudem in Kurz-Videos auf der GT-INFO Website www.gt-info.de sowie in den Social-Media-Kanälen Instagram und Facebook vor. Schauen Sie mal rein!

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„Man kann nicht alles kennen, erst recht nicht wissen und sollte auf die Kompetenz aller (!) Mitarbeiter setzen.“ - Nobby Morkes

„Ich möchte in einer zweiten Amtszeit viel mehr Zeit bei und mit den Menschen, Unternehmen, Vereinen verbringen – in Gütersloh fpür Gütersloh unterwegs sein!“ - Henning Schulz

„Die Arbeit eines Bürgerrates leistet einen wesentlichen Beitrag zum Funktionieren unserer Stadtgesellschaft.“ - Nobby Morkes

„Durch unsere intensive Beschäftigung mit Digitalisierung haben wir uns als Stadt sehr viel Know-how erarbeitet.“ - Henning Schulz

„Es geht um ein faires und sicheres Nebeneinander verschiedener Mobilitätsangebote in unserer Stadt.“ - Nobby Morkes

„Die Bürger*innen können sich auf meine Sachkompetenz verlassen, und ich weis, wo ich die Stellschrauben drehen muss.“ - Henning Schulz

„Bei der Digitalisierung darf die Menschlichkeit nicht auf der Strecke bleiben und der direkte Kontakt zwischen Bürgern und Verwaltung nicht verloren gehen. Diejenigen, die nicht Computer- oder Smartphone-affin sind, müssen behutsam mitgenommen werden.“ - Nobby Morkes

„Die zukünftige Entwicklung der Innenstadt, insbesondere des Karstadt-Komplexes, steht direkt an. Hier werde ich ein Mitwirkungs-Format bereitstellen.“ - Henning Schulz

Stichwahl: Fünf Fragen an die Kandidaten…

1. Über welche Ihrer politischen Initiativen und Erfolge in der auslaufenden Legislaturperiode haben Sie sich besonders gefreut?
Henning Schulz: Wir konnten in den vergangen fünf Jahren eine große Anzahl an guten Projekten umsetzen – vom Büskerplatz über den Konrad-Adenauer-Platz, von der Feuerund Rettungswache über den Ersatzbau des Kunsthauses bis zur Stadthallensanierung, von Gleis 13 bis zur Schaffung von Gewerbeflächen am Hüttenbrink und am Flughafen. Dazu Fahrradstraßen, E-Car- und Rollersharing und die ersten Schritte zur TWE-Reaktivierung. 300 Britenwohnungen werden kurzfristig bezahlbar vermietet und auf dem Mansergh-Quartier werden in Zukunft 4.000 Menschen leben und arbeiten. Und natürlich: der „Digitale Aufbruch“. Durch unsere intensive Beschäftigung mit Digitalisierung haben wir uns als Stadt sehr viel Know-how erarbeitet. Das konnten wir in diesem Jahr bei den beiden Corona-Lockdowns sofort abrufen und einsetzen. Und nun haben wir 8,5 Millionen Euro Fördermittel aus dem Smart Cities-Programm, um Projekte umzusetzen, die uns allen nützen. Und was viele gar nicht mitbekommen haben: Wir haben jetzt 100 Prozent Hoheit über den Stadtbus sowie die Strom-, Gas- und Wasserkonzession für Jahrzehnte in Gütersloh gesichert.
Nobby Morkes: Die BfGT-Fraktion hat in der vergangenen Ratsperiode eine Fülle von Anträgen in allen kommunalpolitischen Arbeitsfeldern gestellt. Viele davon wurden von wechselnden Rats- und Ausschussmehrheiten angenommen. Hier Beispiele unserer erfolgreichen Initiativen: Aussetzung der Dichtheitsprüfung von privaten Abwasserleitungen bis zu einer bundeseinheitlichen Lösung, Einrichtung eines Behindertenbeirates, Umsetzung des Klimaschutzprogramms, Neugestaltung der KiTa-Elternbeiträge, Neuaufstellung des Verkehrsentwicklungsplans, verstärkter Ausbau von Wohnbauflächen, Umgang mit erhaltenswerten Gebäuden, Mensaerweiterung Grundschulen Neißeweg und Pavenstädt, Bebauungsplan-Aufstellung Dr.-Brinkmann-, Mangelsdorf-, Siedlungsstraße (Erhaltung alter Siedlungsstrukturen); Offenlegung aktueller und vergangener Berechnungen sämtlicher Gewerke, die in Zusammenhang mit der Errichtung von Großbauprojekten stehen, unter anderem Feuerwehr und Dritte Gesamtschule.

2. Worin sehen Sie Ihre besonderen Stärken, um das Amt des Bürgermeisters und damit des Gütersloher Verwaltungsleiters ausführen zu können? Was können die Gütersloher von Ihnen als Bürgermeister erwarten?
Henning Schulz: Da sehe ich zwei sehr wichtige, sich ergänzende Stärken: Ich denke sehr kreativ und komplex und oft immer noch eine Stufe weiter. So kann ich die Themen, die wir heute für den langfristigen Wohlstand der Stadt angehen sollten, weit im Voraus identifizieren und auf den Weg bringen. Diese Eigenschaft kombiniere ich mit meiner mittlerweile 17-jährigen Erfahrung in unterschiedlichsten Ebenen von Verwaltung auf kommunaler Ebene, aber auch Bundes- und EU-Ebene. Die Bürger*innen können sich auf meine Sachkompetenz verlassen und ich weiß, wo ich die Stellschrauben drehen muss, um Zukunftsthemen und Verwaltungsstrukturen zusammenzubringen. So lassen sich gemeinsam realistische, durchhaltbare Wege zur Umsetzung der politischen Entschlüsse finden. Ebenso ermöglicht mir diese Kenntnis, dass die Verwaltung neue, einfachere und digitale Lösungen für Bürger*innen und Unternehmen findet, da ich mich von einem „das haben wir immer so gemacht“ nicht abhalten lasse.
Nobby Morkes: Da ich nicht aus der Verwaltung komme, sehe ich die Strukturen und Abläufe aus einem anderen Blickfeld. 20 Jahre Ratsarbeit bringen einen gewissen Erfahrungsschatz mit sich. In der Verwaltung engagieren sich kreative Köpfe für die Belange unserer Stadt, mit denen ich gemeinsam im Sinne der Bürger die Zukunft unserer Stadt gestalten und lenke werde. Ich werde ein Bürgermeister sein, der auch für die Bürger da ist, wenn sie ihn brauchen und vor Ort sein wird, statt unterwegs zu sein! Transparent, offen, ehrlich und direkt! Sollte es nochmal „Corona-Lockdowns“ geben, würde ich sofort meinen Urlaub unterbrechen, mich um die Situation in unserer Stadt kümmern und die Menschen mit ihren Problemen und Sorgen nicht alleine lassen. Ein Bürgerrat ohne politische Beteiligung wird den Menschen quer durch alle Gesellschafts- und Altersschichten die Gelegenheit geben, sich aktiv an der Stadtentwicklung zu beteiligen und durch ihre Arbeit einen wesentlichen Beitrag zum Funktionieren unserer Stadtgesellschaft leisten.

3. Gibt es etwas, was Sie sich persönlich für die Amtszeit als Bürgermeister/Verwaltungsleiter vorgenommen haben?
Henning Schulz: In den ersten Jahren meiner Amtszeit habe ich mich intensiv darum gekümmert, strukturelle Veränderungen – zum Beispiel im Rathaus – anzuschieben. Dazu gehörte zum Beispiel die Einführung von agilem Projektmanagement über die Grenzen der Geschäftsbereiche hinweg sowie das ortsunabhängige mobile Arbeiten. Ich kann mich jetzt aus vielen operativen Themen zurückziehen und die Dinge werden sich gut weiterentwickeln. Ich möchte in einer zweiten Amtszeit viel mehr Zeit bei und mit den Menschen, Unternehmen, Vereinen verbringen – in Gütersloh für Gütersloh unterwegs sein! Viele hätten sich das sofort gewünscht, aber es gab viele Themen, die vor 2015 lange nicht angepackt wurden und meine Aufmerksamkeit und Zeit benötigten.
Nobby Morkes: Vorrangig wieder Ruhe in die Verwaltung zu bringen. Wenn es Probleme geben sollte, wird es meine Aufgabe sein, mich vor die Mitarbeiter zu stellen und ihnen nicht die Schuld zuzuschieben. Vieles wird von der Politik bestimmt, aber der Bürgermeister hat unterschiedliche Möglichkeiten, hier zu gestalten. Dieser Aufgabe möchte ich mich stellen – gemeinsam mit den Mitarbeitern der Verwaltung. Ich werde kein Bürgermeister sein, der den Allwissenden spielt. Man kann nicht alles kennen, erst recht nicht wissen und sollte auf die Kompetenz aller (!) Mitarbeiter setzen und ihnen das Vertrauen entgegenbringen, dass sie sich verdient haben. Zusammenführen statt bevormunden. Entbürokratisierung der Verwaltung, kurze Dienstwege. Bürgerbefragung zur Neuorganisation der Verwaltungsangebote. Rechtzeitige offene Information der Bürgerschaft (regelmäßige Mediengespräche, Internet, Soziale Netzwerke etc.).

4. Um welche Themen wollen Sie sich – Stand heute – in den kommenden fünf Jahren besonders kümmern, sollten Sie zum Bürgermeister gewählt werden? Was gilt es als Erstes anzupacken?
Henning Schulz: Die zukünftige Entwicklung der Innenstadt, insbesondere des Karstadt-Komplexes, steht direkt an. Hier werde ich ein Format bereitstellen, in dem alle, die daran mitwirken möchten, Ziele, Qualitäten, neue Konzepte besprechen und entwickeln können. Weiterhin hat für mich das Thema Bildung eine hohe Priorität: einerseits bei der Umsetzung des Beschlusses über die Errichtung von Holzmodulbauten an den Grundschulen, andererseits bei allen Themenkomplexen von Schul-IT und digitalem Wandel im Bildungssystem, verbunden mit mehr Freiheit und Individualität beim Lernen. Für die Schaffung von Wohnraum werde ich die Beschlüsse zum neuen Baulandmanagement und die bald gegründete, neue Stadtentwicklungsgesellschaft mit Leben und Menschen füllen. Unter der Überschrift „Ressourcen- und Klimaschutz“ geht es mir darum, den ÖPNV ganz einfach und flexibel zu machen, die Radinfrastruktur auszuweiten und wesentlich zu verbessern und über Modellversuche – vom „Pop up Radweg“ über Lastenfahrräder zum Ausleihen – allen Bürger*innen Alternativen zum aktiven Ausprobieren anzubieten.
Nobby Morkes: Trotz aller Wohnraumprobleme darf unsere Stadt nicht zugebaut werden. Wir benötigen die Luft zum Atmen und deswegen muss der Erhalt und Ausbau von Naturflächen gewährleistet sein. Grünanlagen und Parkflächen verbessern das Klima und kühlen die Luft herunter. Um unsere Stadt weiter lebenswert zu halten, ist die schnelle Umsetzung eines Gesamtkonzeptes für Mobilität und Verkehr erforderlich, das nicht nur einzelne Bereiche wie den Radverkehr, den ÖPNV oder das innerstädtische Parken im Fokus hat. Es geht um ein ausgewogenes und nachhaltiges Miteinander aller Interessengruppen, um ein faires und sicheres Nebeneinander verschiedener Mobilitätsangebote in unserer Stadt, und es geht darum, bezahlbare Mobilität für alle – Familien, Schulkinder, Pendler, Gäste, Senioren und regionale Wirtschaft – zu gestalten und zu verknüpfen, um den öffentlichen Raum optimal zu nutzen und die Aufenthaltsqualität in der Innenstadt und den Ortskernen zu steigern. Die Attraktivitätssteigerung der Innenstadt ist ebenfalls ein vorrangiges Thema.

5. Die anhaltende Corona-Krise stellt Gütersloh vor vielfältige nicht gekannte Herausforderungen. Wie viel Entwicklungspotenzial hat die Stadt noch vor diesem Hintergrund? Welche Impulse können und wollen Sie ihr geben?
Henning Schulz: Das Entwicklungspotenzial – das „Lernen aus Corona“ - ist in Gütersloh wie an allen anderen Orten gleichermaßen gegeben. Wir haben alle auf unterschiedlichsten Ebenen in der Corona-Krise erlebt, wie sich Entschleunigung anfühlt. Auch wurde die Frage „Was ist wirklich wichtig im Leben hier und jetzt, aber auch in Zukunft“ sehr präsent. Darum finde ich es wichtig, dass wir – alle Bürger*innen – sehr klar wahrnehmen, wie wertvoll das ist, was wir hier in Gütersloh haben. Ich möchte Impulse setzen, um den Konsum und Handel von lokal erzeugten Produkten zu fördern; Restaurants und Geschäfte und alle, die hier vor Ort besonders unter den Folgen der Corona-Maßnahmen leiden, können von jedem Einzelnen durch das eigene Verhalten unterstützt werden. Nutzen wir die digitalen Möglichkeiten, dann können Menschen mehr zuhause sein, müssen weniger Wege zur Arbeit zurücklegen und das lokale Leben in den Stadtteilen kann dadurch enorm profitieren. Die globale Klimakrise vor Augen, ist es wichtig, Dinge einfacher, effizienter und mit mehr Selbstverantwortung jedes Einzelnen zu erledigen. Das „Weglassen“ und „nicht machen“ sind in Zukunft wesentliche Hebel, um Ressourcen und das Klima zu schonen.
Nobby Morkes: Zu einer zukunftsorientierten Stadtentwicklung gehört auch die Digitalisierung verschiedener Bereiche, wobei allerdings die Menschlichkeit nicht auf der Strecke bleiben darf. Der direkte Kontakt zwischen Bürgern und Verwaltung darf jedoch nicht verloren gehen, und diejenigen, die nicht Computer- oder Smartphone-affin sind, müssen behutsam mitgenommen werden. Das Quartier der Mansergh Barracks bietet neue Chancen für nachhaltiges Bauen und Möglichkeiten für generationenübergreifende Wohnprojekte. Die Zukunft unserer Stadt sind die Menschen quer durch alle Gesellschafts-, Berufs- und Altersschichten. Diese bei der Gestaltung unserer Stadt mitzunehmen und für Veränderungen zu begeistern, wird eine meiner Hauptaufgaben sein. Regelmäßig tagende Foren, wie zum Beispiel ein Bürgerrat, sind dabei genauso wichtige Partner wie ein Wirtschaftsbeirat, ein Forum für junge Menschen und für Kulturschaffende.