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Automatisierte Produktionsstraße am Campus Gütersloh

Studierende, Beschäftigte und Lehrende können ab sofort an neuer Produktionsanlage forschen, lernen und lehren.

Das Center for Applied Data Science (CfADS) am Campus Gütersloh der Fachhochschule (FH) Bielefeld hat Zuwachs bekommen: Im Flöttmanngebäude in der Schulstraße ist eine modular aufgebaute, vollautomatisierte Produktionsanlage des Herstellers Festo SE & Co. KG eingezogen. „Nach Verzögerungen durch die Corona-Pandemie konnte die Anlage nun endlich abgenommen und von uns in Betrieb genommen werden“, berichtet Prof. Dr. Pascal Reusch vom CfADS. „Mit der Anlage haben wir eine anwendungsorientierte Internet-of-Things-Factory (IoT-Factory) aufgebaut und können nun im Rahmen unserer Forschung eigene Produktionsdaten gewinnen.“

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Bereits 2018 erhielt das CfADS die Fördermittel für eine anwendungsorientierte IoT-Factory in Höhe von drei Millionen Euro. Die Mittel wurden jeweils zur Hälfte vom Land NRW und aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) zur Verfügung gestellt. „Wir freuen uns sehr, dass wir nun mit der Anlage arbeiten und forschen können“, erklärt Reusch. Die Anlage besteht unter anderem aus einer vollautomatisierten Produktionsstraße inklusive Hochregallager sowie elektronischer Logistikfahrzeuge. Sie steht Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern sowie Studierenden zur Verfügung, um Konzepte der Prozessgestaltung, sowie IoT-Anwendungen und Datenanalyse praxisorientiert entwickeln und erproben können. 

So sind einige umfangreiche Forschungsvorhaben im Bereich Data Science geplant, die unter anderem auch in Verbundprojekten mit Unternehmen realisiert werden sollen. „Mit der Anlage können wir eigene Produktionsdaten generieren, aufbereiten und auswerten“, erklärt Pascal Reusch. „Die Ergebnisse können wir den Kooperationspartnerinnen und -partnern in der Industrie zurückspiegeln.“ Es kann beispielsweise simuliert werden, wie lange ein Produkt braucht, um das System bis zum Versand zu durchlaufen und so dabei helfen, die Auswirkungen von Optimierungsansätzen direkt erlebbar zu machen. Außerdem können hier auch Predictive-Maintenance-Situationen, zu Deutsch: vorausschauende Wartung, dargestellt werden. „Wenn zum Beispiel Verschleiß dazu führt, dass Anlagenteile sich langsamer oder unpräziser bewegen, ist das schnell ein Problem für das ganze System. Dies wollen wir frühzeitig erkennen und verhindern können“, sagt Prof. Dr.-Ing. Martin Kohlhase, der diese Themen gemeinsam mit seinen Kollegen am CfADS erforscht.

Im vergangenen Jahr erhielt das CfADS außerdem eine Förderung für ein humanzentriertes Smart-Service-Lab, das bald ebenfalls starten soll. „Dabei geht es darum, auch in unserem Labor die menschlichen Komponenten der industriellen Fertigung einzubauen“, erläutert Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schenck. Ziel dabei ist es, herauszufinden, wie eine automatisierte Anlage mit einem Menschen interagieren kann. Das humanzentrierte Smart-Service-Lab wird die IoT-Factory ergänzen, sodass eine ganzheitliche Industrial-Internet-of-Things Plattform (IIoT) entsteht.

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Foto: Mit der Produktionsanlage können die Forschenden eigene Produktionsdaten für ihre Forschung gewinnen. (Foto: Wolfgang Sauer)